Effektivere Fertighaus-Auswahl über Chatbot
Der CPZ Verlag betreibt mit bau-welt.de eine der größten herstellerneutralen Datenbanken für Fertighäuser im deutschsprachigen Raum. Bauinteressierte finden die Häuser dort über die allgemeine Suche, über Kategorien, über die Herstellerseiten und über eine facettierte Suche nach festen Kriterien wie Wohnfläche, Bauweise oder Dachform.
Bei der großen Auswahl liegt die Herausforderung weniger im Finden als im Eingrenzen: Viele der eigentlich entscheidenden Anforderungen, etwa ein bestimmtes Wohngefühl, flexible Grundrisse, Familientauglichkeit oder architektonische Vorlieben, lassen sich kaum in feste Filter fassen, sondern besser in eigenen Worten beschreiben.
Die dafür relevanten Informationen sind vorhanden, vor allem in den ausführlichen Beschreibungstexten der Hersteller. Was fehlte, war eine inhaltliche Einordnung, die diese Informationen mit den individuellen Wünschen eines Interessenten verknüpft und daraus eine kuratierte Auswahl zusammenstellt.
Ziel des Projekts war deshalb ein KI-gestützter Hausberater, der vorhandene Daten und redaktionelles Wissen für eine neue Form der Haussuche nutzt. Interessenten können ihre Bedürfnisse und Präferenzen in natürlicher Sprache formulieren und werden im Dialog zu passenden Häusern geführt.
In einer weiteren Ausbaustufe soll der Hausberater Interessenten zudem direkt mit den passenden Herstellern in Kontakt bringen und so qualifizierte Kontakte für die Haushersteller schaffen.

| Kunde | CPZ (City-Post Zeitschriftenverlag) |
|---|---|
Projektzeitraum | 2026 |
Mit dem KI-Hausberater können wir das Wissen, das in unseren Hausdaten und redaktionellen Inhalten steckt, auf eine ganz neue Art zugänglich machen. Gemeinsam mit Marketing Factory haben wir sehr schnell einen funktionierenden Ansatz entwickelt und konnten ihn direkt mit echten Nutzern weiterentwickeln.
Entdecken Sie das Projekt aus der Sicht von: Marketing & Vertrieb / Entwicklung & Technik
Von der klassischen Haussuche zum digitalen Beratungsgespräch
Bot-Launch statt Datenbank-Relaunch
Ursprünglich stand ein Relaunch der bestehenden Hausdatenbank im Raum. Mit dem KI-Hausberater haben wir stattdessen eine neue Beratungsebene geschaffen, die auf den vorhandenen Daten und Strukturen aufsetzt.
Eine Erweiterung der klassischen facettierten Suche hätte nicht nur technische Anpassungen erfordert. Die bestehenden Hausvorstellungen hätten zusätzlich redaktionell klassifiziert und um weitere Merkmale ergänzt werden müssen. Bei neuen oder geänderten Häusern wäre diese Arbeit dauerhaft angefallen.
Für den Hausberater nutzen wir stattdessen die bereits vorhandenen Beschreibungstexte. Zusätzliche Merkmale, die für die Beratung benötigt werden, extrahieren wir automatisiert mit KI aus diesen Inhalten. Damit erschließen wir vorhandenes Wissen für die Suche, ohne einen zusätzlichen redaktionellen Pflegeprozess aufzubauen.
So entsteht eine neue Nutzererfahrung, ohne die bestehende Hausdatenbank neu aufzubauen oder den Hausbestand dauerhaft manuell klassifizieren zu müssen.
Beratungsgespräch als zusätzlicher Suchweg
Der Hausberater ergänzt die bestehenden Suchwege auf bau-welt.de um eine dialogische Ebene: Interessierte beschreiben in eigenen Worten, wonach sie suchen und was ihnen bei ihrem Haus wichtig ist.
Der digitale Hausberater entwickelt daraus einen Dialog und fragt gezielt nach, wenn weitere Informationen für die Haussuche hilfreich sind. Er fragt gezielt nach, erklärt Fachbegriffe und Entscheidungskriterien und hilft dabei zu verstehen, welche Eigenschaften für das eigene Bauvorhaben relevant sind. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn Bauinteressierte zwar wissen, was sie sich wünschen, aber die dafür relevanten Fachbegriffe oder Eigenschaften eines Hauses noch nicht kennen.
Dabei verknüpft er die Angaben des Nutzers mit den vorhandenen Informationen zu den Häusern und stellt daraus eine Auswahl zusammen, die zu den individuellen Anforderungen passt. Das gilt auch für Wünsche, die sich nur schwer in feste Suchkriterien übersetzen lassen.
Die Haussuche wird damit persönlicher und intuitiver. Neben den klassischen Suchwegen entsteht eine digitale Beratung, die sich an den Bedürfnissen des einzelnen Interessenten orientiert.
Redaktionelles Wissen direkt aus dem CMS
Zusätzlich zu den Hausdaten kann die Redaktion dem Hausberater eigenes Fachwissen zur Verfügung stellen, beispielsweise zu häufig gestellten Fragen, neuen Bauweisen oder anderen Themen rund um den Hausbau.
Dafür ist kein zusätzliches System und kein neuer redaktioneller Workflow notwendig. Die Inhalte werden wie gewohnt direkt in TYPO3 gepflegt. Dabei können sowohl eigens für den Hausberater erstellte Inhalte als auch bereits vorhandene Seiten genutzt werden. Ein Flag auf Seitenebene legt fest, ob ein Inhalt in die Wissensdatenbank des Hausberaters aufgenommen wird.
Die Redaktion arbeitet damit weiterhin ausschließlich im gewohnten CMS und entscheidet selbst, welche Inhalte dem Hausberater als zusätzliches Wissen zur Verfügung stehen. Neue oder geänderte Inhalte werden anschließend automatisch in die Wissensdatenbank übernommen.
Vom Beratungsgespräch zu messbaren Erkenntnissen
Der Hausberater schafft gleichzeitig eine neue Sicht darauf, wofür sich Bauinteressierte tatsächlich interessieren. Ein wöchentlicher Business-Report zeigt, welche Häuser und Hersteller in den Beratungsgesprächen empfohlen wurden.
Gleichzeitig lässt sich nachvollziehen, ob die Beratung tatsächlich funktioniert und zu passenden Hausempfehlungen führt. Die Gespräche werden dafür regelmäßig automatisiert ausgewertet. So entsteht eine Grundlage, um den Hausberater anhand der tatsächlichen Nutzung kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Damit entsteht neben der eigentlichen Beratung ein weiterer Mehrwert für CPZ Verlag: Damit wird erstmals sichtbar, welche Häuser und Hersteller in konkreten Beratungssituationen tatsächlich relevant werden. CPZ gewinnt so zusätzlich zur eigentlichen Beratung neue Erkenntnisse über die Interessen und Anforderungen der Bauinteressierten.
Schneller Start statt langer Planung
Um die Idee früh unter realen Bedingungen bewerten zu können, haben wir bewusst kein monatelanges Konzept geschrieben, sondern direkt einen funktionsfähigen Prototyp gebaut. Innerhalb weniger Tage stand eine Demo, an der sich Nutzenversprechen, technische Machbarkeit und nächste Ausbaustufen konkret diskutieren ließen.
Damit wurde aus einer Idee sehr schnell ein greifbares Produkt und die Grundlage für die anschließende Weiterentwicklung zum produktiven Hausberater.
Vom TYPO3-Inhalt zum KI-gestützten Beratungssystem
Strukturierte und unstrukturierte Daten aus TYPO3 und Solr
Die Datenbasis des Hausberaters wird in TYPO3 gepflegt und über die bestehende Solr-Suche bereitgestellt. So nutzt der Hausberater die vorhandene Datenstruktur und Suchinfrastruktur von bau-welt.de, ohne einen zusätzlichen Datenbestand parallel pflegen zu müssen.
Die Nutzung des bestehenden Solr-Index hat dabei einen weiteren Vorteil: Die Inhalte liegen dort bereits für die Suche aufbereitet vor. Der Hausberater erhält den relevanten Textinhalt, ohne selbst HTML bereinigen oder wiederkehrende Elemente des Seitenrahmens und andere Standardinhalte herausfiltern zu müssen.
Auch die redaktionelle Steuerung aus TYPO3 bleibt erhalten. Versteckte oder zeitgesteuerte Inhalte werden bereits beim Aufbau des Solr-Index berücksichtigt. Wir müssen diese Logik für die Wissensdatenbank deshalb nicht ein zweites Mal implementieren. Was redaktionell noch nicht veröffentlicht oder nicht mehr sichtbar ist, gelangt auch nicht als vermeintlich aktuelles Wissen in den Hausberater.
Die Hausdaten kombinieren klassische strukturierte Felder mit ausführlichen Beschreibungstexten. Ein großer Teil der für die Beratung relevanten Informationen steckt dabei nicht in einzelnen Feldern, sondern im Fließtext.
Beim Import in die Wissensdatenbank übernehmen wir deshalb nicht nur die vorhandenen strukturierten Daten aus Solr. Ein KI-Modell analysiert zusätzlich die Beschreibungstexte und extrahiert daraus Merkmale, die für die spätere Beratung relevant sind. Informationen, die bisher nur innerhalb eines Beschreibungstextes vorhanden waren, stehen dem Hausberater dadurch auch strukturiert zur Verfügung.
Der Hausbestand und das redaktionelle Fachwissen werden regelmäßig automatisiert mit der Wissensdatenbank synchronisiert. Welche redaktionellen Seiten als Wissen für den Hausberater verwendet werden, wird direkt in TYPO3 über ein Flag auf Seitenebene gesteuert. Neue und geänderte Inhalte stehen dem Hausberater damit automatisch zur Verfügung.
TYPO3 bleibt damit das führende System für die redaktionelle Pflege. Solr liefert eine bereits aufbereitete und hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit geprüfte Sicht auf die Inhalte, auf der wir die KI-gestützte Wissensdatenbank aufbauen. Eine zusätzliche manuelle Pflege der Wissensdatenbank ist nicht notwendig.
Semantische und strukturierte Suche kombinieren
Für die semantische Suche setzen wir Qdrant als Vektordatenbank ein. Die Inhalte der Hausvorstellungen werden dort indexiert und können anhand ihrer inhaltlichen Ähnlichkeit zur Anfrage durchsucht werden.
Das funktioniert besonders gut bei offenen Anforderungen. Eine Beschreibung wie „Wir suchen ein modernes Haus für eine vierköpfige Familie mit viel Licht und einem flexiblen Grundriss“ muss dadurch nicht zunächst in einzelne Suchfilter übersetzt werden. Der Hausberater kann passende Häuser anhand der vorhandenen Beschreibungen und der zusätzlich extrahierten Merkmale ermitteln.
Semantische Ähnlichkeit ist allerdings nicht für jede Fragestellung die beste Lösung. Fragt ein Nutzer beispielsweise gezielt nach Häusern eines bestimmten Herstellers, soll der Herstellername nicht semantisch interpretiert werden. Für solche Anfragen steht dem Agenten deshalb zusätzlich ein strukturierter Zugriff auf die Hausdaten zur Verfügung.
Abhängig von der Fragestellung entscheidet der Hausberater, ob eine semantische oder eine strukturierte Suche besser geeignet ist. So lassen sich sowohl offene Bedarfsbeschreibungen als auch konkrete Fragen zu Herstellern oder einzelnen Häusern innerhalb desselben Gesprächs zuverlässig beantworten.
Automatisierter Workflow mit KI-Agent in n8n
Die Abläufe des Hausberaters haben wir mit n8n umgesetzt. Im Zentrum steht ein KI-Agent, der die Anfrage verarbeitet und anhand des Gesprächsverlaufs entscheidet, welche Informationen und Werkzeuge benötigt werden. Er kann semantisch in der Wissensdatenbank recherchieren, strukturiert auf die Hausdaten zugreifen und zusätzlich das redaktionell gepflegte Fachwissen einbeziehen.
Dem Agenten stehen dafür unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten zur Verfügung. Er kann semantisch in der Wissensdatenbank recherchieren, strukturiert auf die Hausdaten zugreifen und zusätzlich das redaktionell gepflegte Fachwissen für seine Antworten nutzen. Die ermittelten Informationen nutzt der Agent anschließend, um daraus eine passende Antwort für den Nutzer zu formulieren.
n8n übernimmt dabei deutlich mehr als die Kommunikation mit dem Sprachmodell. Auch die Synchronisation und Aufbereitung der Daten, der Aufbau der Wissensdatenbank sowie weitere Prozesse für den laufenden Betrieb werden über automatisierte Workflows gesteuert.
Die einzelnen Aufgaben bleiben dadurch voneinander getrennt und können unabhängig weiterentwickelt, überwacht und bei Bedarf erweitert werden.
Aktualisierung der Wissensdatenbank ohne Ausfallzeiten
Bei der regelmäßigen Synchronisation der Inhalte wird die Wissensdatenbank neu aufgebaut. Würden wir dabei direkt mit dem produktiv verwendeten Datenbestand arbeiten, könnte die Suche während der Aktualisierung unvollständige oder inkonsistente Ergebnisse liefern.
Deshalb setzen wir auf das Blue-Green-Prinzip. In Qdrant halten wir zwei Versionen der Wissensdatenbank vor. Der Hausberater greift über einen Alias immer auf die aktuell aktive Version zu.
Neue und geänderte Inhalte werden zunächst vollständig in die inaktive Version eingespielt und verarbeitet. Erst wenn der Aufbau erfolgreich abgeschlossen ist, wird der Alias auf die neue Version umgestellt. Der Wechsel selbst erfolgt atomar.
Die Suche bleibt dadurch auch während einer Aktualisierung durchgehend verfügbar und arbeitet zu jedem Zeitpunkt mit einem vollständig aufgebauten Datenbestand.
Gespräch statt einzelner Fragen
Der Hausberater ist bewusst darauf ausgelegt, ein Gespräch mit dem Nutzer zu führen und nicht nur eine Aneinanderreihung einzelner Fragen zu beantworten. Anforderungen und Wünsche können sich im Verlauf der Beratung entwickeln, konkretisieren oder auch verändern.
Dafür berücksichtigt der Hausberater den bisherigen Gesprächsverlauf innerhalb der aktuellen Session. Bereits genannte Anforderungen und Präferenzen stehen dem Agenten auch bei weiteren Fragen zur Verfügung.
Das gilt auch für bereits vorgeschlagene Häuser. Fragt ein Nutzer beispielsweise nach weiteren Alternativen, kann der Hausberater neue Vorschläge machen, ohne die Anforderungen erneut abzufragen oder bereits gezeigte Häuser noch einmal vorzuschlagen.
Schutz vor Prompt Injection und unerwünschten Inhalten
Ein öffentlich zugänglicher KI-Berater muss damit umgehen können, dass Nutzer versuchen, die vorgesehenen Regeln des Systems zu umgehen oder den Chat für andere Zwecke zu verwenden.
Deshalb werden Nutzereingaben geprüft, bevor sie den eigentlichen KI-Agenten erreichen. Eine vorgeschaltete Prüfung bewertet Nutzereingaben auf mögliche Prompt-Injection-Versuche sowie unangemessene oder themenfremde Inhalte und kann verdächtige Anfragen abfangen, bevor sie innerhalb des Beratungsworkflows verarbeitet werden.
Damit reduzieren wir das Risiko, dass sich der Hausberater durch gezielt formulierte Eingaben von seiner eigentlichen Aufgabe abbringen lässt.
Qualitätssicherung und Reporting
Bei einem KI-basierten Berater reicht es nicht aus, nur die technische Erreichbarkeit zu überwachen. Entscheidend ist auch, ob die geführten Gespräche funktionieren und tatsächlich zu sinnvollen Hausempfehlungen führen.
Deshalb werden die geführten Gespräche täglich automatisiert mit KI ausgewertet. Dabei wird unter anderem geprüft, ob ein Gespräch zu einer erfolgreichen Hausempfehlung geführt hat. Zusätzlich werden auffällig lange Antwortzeiten erkannt und im Reporting hervorgehoben.
Ergänzend wertet ein Business-Report aus, welche Häuser und Hersteller der Hausberater tatsächlich empfohlen hat. Damit können neben der technischen und inhaltlichen Qualität auch die Ergebnisse der Beratung nachvollzogen werden.
Der Hausberater liefert damit nicht nur Antworten für die Nutzer. Die Auswertung schafft gleichzeitig eine Grundlage, um die Qualität der Beratung kontinuierlich zu beurteilen und Erkenntnisse über die tatsächlich ausgesprochenen Empfehlungen zu gewinnen.
Deutsche Hosting-Infrastruktur, Open-Source-KI und transparente Kosten
Die Komponenten des Hausberaters laufen innerhalb einer in Deutschland betriebenen Hosting-Infrastruktur. Dazu gehören die Workflow-Steuerung mit n8n, die Wissensdatenbank mit Qdrant und die für den Hausberater eingesetzten KI-Modelle.
Für Chat, Guardrails und die Erstellung der Embeddings setzen wir auf Open-Source-Modelle, die bei Mittwald in Deutschland betrieben werden. Aktuell, Stand September 2026, kommen dabei Modelle aus den Qwen- und Mistral-Familien zum Einsatz. Für die unterschiedlichen Aufgaben können jeweils geeignete Modelle eingesetzt und bei Bedarf ausgetauscht werden. Der Hausberater ist damit nicht dauerhaft an ein bestimmtes Sprachmodell oder einen proprietären KI-Anbieter gebunden.
Den Token-Verbrauch erfassen wir bei jedem Aufruf eines Sprachmodells und ordnen ihn dem jeweiligen Gespräch zu. Im Reporting werden die Werte über längere Zeiträume aggregiert. So lassen sich Ressourcenbedarf und Kosten des KI-Einsatzes anhand der tatsächlichen Nutzung nachvollziehen.
Flexible Anbindung an das Frontend
Der Hausberater ist technisch vom eigentlichen Frontend getrennt. Die Kommunikation mit den n8n-Workflows erfolgt über eine definierte Schnittstelle. Durch diese Trennung lässt sich der KI-Berater künftig auch in andere Oberflächen integrieren, ohne die Beratungslogik neu entwickeln zu müssen.
Auf bau-welt.de wird der Hausberater über eine eigene Frontend-Anwendung in das bestehende Design und die Nutzerführung integriert. Die technische Trennung ermöglicht es gleichzeitig, den KI-Berater künftig auch in anderen Oberflächen einzusetzen, ohne die eigentliche Beratungslogik neu entwickeln zu müssen.
